Rechner für die Querschnittswerte des U-/C-Profils
Gib Höhe, Flanschbreite, Stegdicke und Flanschdicke eines U-Profils mit parallelen Flanschen ein und erhalte Fläche, Schwerpunkt, Flächenträgheitsmomente, Widerstandsmomente, Trägheitsradien, Torsionsträgheitsmoment und Schubmittelpunkt, mit maßstäblich gezeichnetem Querschnitt.
Abmessungen des Querschnitts
Gib die Abmessungen in der gewählten Einheit ein: Zeichnung und Ergebnisse aktualisieren sich während der Eingabe. Die Zeichnung verwendet Schwerpunktkoordinaten: Die kräftigen Gitterlinien sind die x- und y-Achse durch den Schwerpunkt C.
Querschnitt
- Querschnitt mit Bemaßung
- Schwerpunkt C, Schwerachsen x und y
- Hauptachsen 1 und 2, Winkel θp
- Schubmittelpunkt S
U-Profile sind die Arbeitspferde für Pfetten, Schienen, Maschinengestelle und alles, was einen ebenen Rücken zum Anschrauben braucht. Um die starke Achse verhält sich das U wie ein I-Träger mit verkürzten Flanschen: Der Schwerpunkt liegt in halber Höhe und Ix ist wieder eine Differenz von Rechtecken. Um die schwache Achse liegt der Schwerpunkt nahe am Steg, und die Randfaser an den Flanschenden ist viel weiter entfernt als der Stegrücken, daher zwei verschiedene Widerstandsmomente Sy.
Was das U-Profil auszeichnet, ist sein Schubmittelpunkt, der außerhalb des Querschnitts hinter dem Steg liegt, nach der Theorie dünnwandiger Querschnitte im Abstand e = 3b′²tf/(h′tw + 6b′tf) von der Stegmittellinie. Eine über den Steg eingeleitete Last, wie die meisten, verdreht das Profil zusätzlich zur Biegung; die Zeichnung markiert S, damit man sieht, wie weit er entfernt liegt.
So werden die Querschnittswerte berechnet: U- / C-Profil
- Fläche
- A = 2·b·tf + (h − 2·tf)·tw
- Schwerpunkt ab Stegrücken
- x̄ = [2·tf·b²/2 + (h − 2·tf)·tw²/2] / A
- Flächenträgheitsmoment um x
- Ix = [b·h³ − (b − tw)·(h − 2·tf)³] / 12
- Flächenträgheitsmoment um die Schwerachse y
- Iy = 2·[tf·b³/12 + b·tf·(b/2 − x̄)²] + (h − 2·tf)·tw³/12 + (h − 2·tf)·tw·(x̄ − tw/2)²
- Schubmittelpunkt ab Stegmittellinie (dünnwandig)
- e = 3·b′²·tf / (h′·tw + 6·b′·tf), b′ = b − tw/2, h′ = h − tf
- Torsionsträgheitsmoment (dünnwandig)
- J ≈ [2·b·tf³ + (h − 2·tf)·tw³] / 3
Hauptträgheitsmomente und Hauptachsen folgen aus Ix, Iy und Ixy mit I1,2 = (Ix + Iy)/2 ± √[((Ix − Iy)/2)² + Ixy²] und tan 2θp = −2·Ixy/(Ix − Iy); die Trägheitsradien sind r = √(I/A), die elastischen Widerstandsmomente S = I/c für jede Randfaser. Die Definitionen aller Größen stehen im Glossar der Übersichtsseite zu den Querschnittswerten.
Annahmen. Parallele Flansche konstanter Dicke, scharfe Kanten, ohne Ausrundung. Gewalzte UPN haben geneigte Flansche und Ausrundungen; die Ergebnisse liegen bei I_x innerhalb weniger Prozent und bei Profilen mit parallelen Flanschen (UPE / PFC) näher. Torsionsträgheitsmoment und Schubmittelpunkt nach der Theorie dünnwandiger Querschnitte.
Weitere Querschnitte
Häufig gestellte Fragen
Warum liegt der Schubmittelpunkt eines U-Profils außerhalb des Querschnitts?
Wenn sich ein U-Profil um seine starke Achse biegt, läuft der Schubfluss in den beiden Flanschen in entgegengesetzter Richtung und bildet ein Kräftepaar. Damit die Resultierende der Schubspannungen eine einzelne Kraft ohne Torsionsmoment ist, muss diese Kraft hinter dem Steg angreifen, im Abstand e: Bei einem Profil 100 × 50 × 6 × 8,5 etwa 16 mm hinter dem Rücken. Am Steg eingeleitete Lasten erzeugen daher zusätzlich zur Biegung Torsion.
Welches S_y verwende ich für die Biegung um die schwache Achse?
S_y,left (am Stegrücken) und S_y,right (an den Flanschenden) unterscheiden sich bei üblichen Proportionen etwa um den Faktor zwei, weil der Schwerpunkt nahe am Steg liegt. Die Flanschenden sind bei gegebenem Moment die maßgebende Randfaser; verwenden Sie den kleineren Wert, sofern Sie nicht die Spannung an beiden Fasern geprüft haben.
Wie verhalten sich die Ergebnisse zu den UPN-/UPE-Tabellen?
Beim UPE (parallele Flansche) besteht der Unterschied nur in den Ausrundungen und Kantenradien, wenige Prozent bei A und I_x. Beim UPN verändern die geneigten Flansche (8 % Neigung) die Materialverteilung der Flansche: Mit der mittleren Flanschdicke liegt I_x innerhalb von etwa 5 %, I_y, J und der Schubmittelpunkt können stärker abweichen. Für den abschließenden Nachweis eines Walzprofils die Tabellenwerte verwenden.
Quellen & weiterführende Informationen
- Schubmittelpunkt — Wikipedia — der Punkt, durch den eine Querlast gehen muss, damit der Balken sich biegt, ohne zu tordieren.
- Flächenträgheitsmoment — Wikipedia — Definition, Steinerscher Satz und Vorzeichenkonvention des Deviationsmoments.
- Torsionsträgheitsmoment — Wikipedia — warum J bei nicht kreisförmigen Querschnitten vom polaren Moment abweicht, mit den Formeln für dünnwandige Profile.
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